remote-online.de

Digitale Selbstständigkeit

Steuern sparen 2025: Tobias Vetter zeigt wie

09. Juli 2026 · 13 Min. · Nina Vogt
Unternehmer plant Steuergestaltung mit Laptop und Unterlagen am Schreibtisch

Steuern sparen 2025 ist für Selbstständige und Unternehmer in Deutschland kein Randthema, sondern der Unterschied zwischen einem soliden Vermögensaufbau und dem Gefühl, für den Staat zu arbeiten. Die kurze Antwort vorweg: Die größten legalen Hebel sind eine saubere Firmenstruktur mit Holding, die richtige Zuordnung von Gehalt und Ausschüttung, Aktien in der Kapitalgesellschaft und Immobilien mit Abschreibung. Kein einziger Trick davon ist verboten. Sie sind alle im Steuerrecht so angelegt, dass der Staat dich damit lenken will.

Genau das ist der Denkfehler, den viele machen: Sie suchen den einen geheimen Trick. Es gibt keinen. Es gibt ein System aus vielen Bausteinen, und welcher zu dir passt, hängt vom Ziel ab. Willst du auswandern, verkaufen, Vermögen aufbauen oder einfach mehr netto vom brutto? Jede Antwort führt zu einer anderen Konstruktion. Das hier ist Fachwissen, keine individuelle Steuerberatung. Für die Umsetzung gehört ein Steuerberater an den Tisch. Aber wer die Hebel nicht kennt, kann auch nicht danach fragen.

Ab wann lohnt sich eine GmbH zum Steuern sparen?

Eine GmbH lohnt sich, sobald du dauerhaft mehr als rund 60.000 Euro Gewinn im Jahr machst und nicht alles davon sofort privat ausgibst. Der Grund ist simpel: In der GmbH zahlst du auf einbehaltene Gewinne etwa 30 Prozent Steuern, privat greift der Einkommensteuertarif mit bis zu 45 Prozent. Wer spart statt verkonsumiert, gewinnt mit jeder Firmenebene.

Rechne es durch. Machst du 60.000 Euro Gewinn und willst 60.000 Euro leben, bringt die GmbH wenig. Machst du 150.000 Euro und willst 60.000 leben, bleiben 90.000 Euro, die du nicht sofort mit dem Spitzensteuersatz versteuern musst. In der GmbH fallen darauf grob 15 Prozent Körperschaftsteuer plus 15 Prozent Gewerbesteuer an. Das Geld arbeitet dann mit einem deutlich höheren Startkapital weiter.

Der zweite Vorteil ist der Haftungsschutz. Sitzt dein Vermögen in einer Holding über der operativen Firma, ist es in vielen Fällen geschützt, solange du dir als Geschäftsführer keine Straftaten zuschulden kommen lässt. Bleibt das Geld dagegen in der operativen GmbH, haftet es voll mit. Eine Holding ist also nicht nur Steuer-, sondern auch Absicherungswerkzeug.

Und die Kosten? Überschaubar. Eine Holding schlägt erfahrungsgemäß mit rund 2.000 bis 3.000 Euro pro Jahr für Buchführung und Jahresabschluss zu Buche. Angesichts der Steuerersparnis ist das für die meisten Unternehmer schnell wieder drin. Wer parallel die Umsatzseite versteht, findet im Beitrag Online-Business aufbauen die Grundlagen dafür.

Gehalt oder Ausschüttung: was ist steuerlich klüger?

Das kommt auf dein Ziel an, und genau das ist die ehrliche Antwort. Ein hohes Geschäftsführergehalt senkt die Steuer auf Firmenebene, weil es vom Gewinn abgezogen wird. Es erzeugt aber Einkommensteuer auf privater Ebene. Eine Ausschüttung in die Holding ist dagegen extrem günstig. Was passt, hängt davon ab, was du privat vorhast.

Der klassische Weg für den Vermögensaufbau geht über die Holding. Die operative GmbH führt Gewinne ab, du zahlst dort rund 15 Prozent Körperschaft- plus 15 Prozent Gewerbesteuer, und die Ausschüttung an eine deutsche Holding kommt anschließend mit nur 1,5 Prozent Steuerlast oben an. Das ist ein sehr schönes Modell, um dem Spitzensteuersatz von bis zu 45 Prozent auszuweichen.

Ein hohes Gehalt ergibt trotzdem Sinn, wenn du damit private Steuervorteile freischalten willst. Ein Beispiel: Du zahlst dir mehr Gehalt aus, bringst so die nötige Bonität mit und gehst mit Fremdkapital in Immobilien oder Photovoltaik. Die Abschreibungen daraus senken deine Einkommensteuer wieder. Der deutsche Staat baut die Einkommensteuer bewusst als Lenkungsinstrument, damit du bestimmte Dinge tust.

Aber Achtung, wenn du deine Firma verkaufen willst. Dann ist ein sehr hohes Gehalt ein Eigentor. Das Geschäftsführergehalt wird beim Unternehmenswert vom EBIT abgezogen, du machst also deine Firma für den Käufer weniger wert. Deshalb gilt die Grundfrage immer zuerst: Was ist dein Ziel als Investor?

SituationSinnvoller SchwerpunktWarum
Vermögen in der Firma aufbauenAusschüttung in die HoldingNur 1,5 Prozent statt bis zu 45 Prozent Steuer
Private Abschreibungen nutzenHöheres GehaltBonität für Immobilien, Einkommensteuer senken
Firma verkaufenNiedriges GehaltHöheres EBIT, höherer Verkaufswert
In wenigen Jahren auswandernAssets privat haltenKeine Wegzugsbesteuerung wie bei der GmbH

Warum sind Aktien in der GmbH so steuergünstig?

Weil Kursgewinne aus Aktien innerhalb einer Kapitalgesellschaft zu 95 Prozent steuerfrei sind. Nur auf die restlichen 5 Prozent fallen Körperschaft- und Gewerbesteuer an. Unter dem Strich bleiben rund 1,5 Prozent Steuer auf den Gewinn. Privat zahlst du dagegen 25 Prozent Kapitalertragsteuer plus Soli, also gut 26 bis 27 Prozent. Der Unterschied ist gewaltig.

Ein Rechenbeispiel macht das plastisch. Ein Kursgewinn von 100.000 Euro kostet dich privat rund 26.000 Euro Steuer. In der GmbH sind es etwa 1.500 Euro. Der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr fällt bei einem ernsthaften Portfolio kaum ins Gewicht. Deshalb liegt bei vielen Unternehmern das Aktiendepot in der Holding, nicht privat.

Bei Dividenden wird es komplizierter, weil es auf die Beteiligungsquote ankommt. Als normaler Anleger erreichst du bei börsennotierten Konzernen die günstigen Quoten in der Regel nicht. Eine praxisnahe Strategie ist deshalb, gezielt auf Value-Aktien mit Kurspotenzial zu setzen und diese mit dem 1,5-Prozent-Vorteil zu verkaufen, statt auf laufende Dividenden zu schielen.

Wer ein diversifiziertes Depot in der GmbH will, muss keinen ganzen Index nachbilden. Marktbeobachtungen zeigen: Bei einem breiten Weltindex spielt die Musik ohnehin in den ersten 30 bis 40 Positionen. Man kann diese Titel nach Marktkapitalisierung direkt nachkaufen und spart sich die Feinheiten, die ETFs in der Firma zusätzlich komplizieren.

Was ist mit ETFs und dem Versicherungsmantel?

ETFs privat sind seit dem Investmentsteuerreformgesetz deutlich komplizierter geworden. Es gibt eine Teilfreistellung und die sogenannte Vorabpauschale, mit der der Staat schon während der Laufzeit einen fiktiven Gewinn besteuert. Du musst dafür sogar ungenutztes Geld auf dem Verrechnungskonto halten. Ein günstiger Versicherungsmantel umgeht genau diese Vorabpauschale.

Der Hintergrund: Als die halbe Republik in thesaurierende ETFs ging, fehlte dem Fiskus über 30 bis 40 Jahre die Besteuerungsgrundlage. Also kam die Vorabpauschale. Sie sorgt dafür, dass du über die Laufzeit hinweg laufend ein Stück besteuert wirst und diese Zahlungen am Ende gegengerechnet werden, damit du nicht doppelt zahlst. Bequem ist das nicht.

Der Ausweg heißt Versicherungslösung. In einem sehr günstigen Versicherungsmantel fallen die Vorabpauschalen weg, du legst dein Geld rein und lässt es laufen. Wichtig ist das Wort günstig. Der klassische Einwand gegen Versicherungen ist, dass sie zu teuer sind und die Rendite auffressen. Das stimmt in vielen Fällen, aber es gibt Tarife, bei denen der Kostenanteil nicht so hart durchschlägt.

Ein ETF direkt und ohne Mantel in der GmbH zu halten, machen erfahrene Investoren dagegen selten. Ab einem gewissen Vermögen kannst du einen Index auch mit einzelnen Aktien nachbauen und sparst dir die ETF-Sonderregeln komplett.

Wie holt man Geld steuergünstig aus der GmbH heraus?

Der eleganteste Weg führt über Konstruktionen, die aus Firmengeld privates Vermögen machen, ohne die volle Ausschüttungssteuer auszulösen. Dazu gehören Immobilien, die du privat hältst und später an die eigene Holding oder den Ehepartner verkaufst, sowie steuerfreie Versicherungsleistungen. Beides bringt Geld auf die private Ebene, ohne dass es als klassischer Kapitalertrag versteuert wird.

Ein besonders spannender Baustein ist die Lebensversicherung auf eine dritte Person. Statt das eigene Leben zu versichern, versichert man zum Beispiel das Leben eines Elternteils, mit dessen schriftlichem Einverständnis. Man ist Versicherungsnehmer, die versicherte Person ist jemand anderes. Der Clou: Wird der Vertrag später fällig, fließt das Geld nicht als steuerpflichtiger Kapitalertrag, sondern als steuerfreie Versicherungsleistung.

In der Praxis funktioniert das so: Man wählt einen sehr günstigen Rentenversicherungsmantel, bespart ihn monatlich mit einer überschaubaren Summe, etwa 1.000 Euro aus dem privaten Nettogehalt, und investiert innerhalb der Police zu 100 Prozent in ETFs. Die versicherte Person ist alt genug, dass eine Fälligkeit im eigenen Lebenshorizont realistisch ist, aber jung genug, dass die Police lange läuft. Nach der üblichen Wertentwicklung eines weltweiten ETF-Portfolios über gut 13 Jahre steht am Ende ein Betrag, der steuerfrei zufließt.

Wichtig ist der ehrliche Blick auf das Risiko. Verstirbt die versicherte Person früh, hast du eingezahlt und die Vorteile nicht realisiert. Es bleibt eine Wette auf Zeit. Dahinter steht die Erbschaftsteuer: Der Freibetrag von Eltern an Kinder liegt bei 400.000 Euro pro Elternteil, umgekehrt von Kind an Eltern nur bei 20.000 Euro. Wer Geld im Familienkreislauf bewegen will, muss diese Schieflage kennen.

Weg aus der GmbHSo funktioniert esSteuerlicher Effekt
ETF im VersicherungsmantelPrivat besparen, Leben eines Angehörigen versichernVersicherungsleistung steuerfrei
Immobilie privat haltenNach 10 Jahren an Holding oder Ehepartner verkaufenVerkauf steuerfrei, Geld fließt privat zu
GesellschafterdarlehenGmbH gibt Darlehen zu üblichem ZinsLiquidität privat nutzbar, Zins bleibt in der Firma
Betriebliche AltersvorsorgeFirma zahlt in DirektversicherungVoll als Betriebsausgabe absetzbar

Ein weiterer Weg ist das Gesellschafterdarlehen. Deine GmbH darf dir Geld leihen, gegen einen handelsüblichen Zins von grob 6 bis 7 Prozent. Erzielst du privat mehr Rendite als die Zinskosten, hast du einen Hebel. Das ist eher etwas für erfahrene Anleger. Wie du solche Entscheidungen mit klarem Kopf triffst, statt jedem Trend hinterherzulaufen, zeigt der Beitrag Remote arbeiten 2026.

Wann kauft man Immobilien privat und wann über die Firma?

Die Faustregel: Objekte mit viel Abschreibungs- und Sanierungspotenzial hält man oft privat, reine Mietobjekte ohne steuerliche Vorteile eher in einer vermögensverwaltenden GmbH. Der Grund ist die Zehn-Jahres-Frist. Solange du eine privat gehaltene Immobilie nach zehn Jahren steuerfrei verkaufen kannst, ist der private Kauf in vielen Fällen extrem attraktiv.

Das Modell dahinter ist elegant. Du kaufst die Immobilie privat, nutzt die Abschreibung zur Senkung deiner Einkommensteuer und verkaufst sie nach zehn Jahren steuerfrei an deine eigene Holding, die den Kauf über Fremdkapital finanziert. Alternativ nutzt du die sogenannte Ehegattenschaukel: Du verkaufst an den Ehepartner, der die frische Abschreibung im eigenen Einkommen nutzt, während ihr gemeinsam veranlagt bleibt und das Vermögen in der Familie bleibt.

Für reine Cashflow-Objekte sieht die Rechnung anders aus. Hat eine Immobilie kaum Abschreibungspotenzial, weil wenig Sanierungsbedarf besteht, lohnt sich der Kauf über eine Immobilien-GmbH. Diese kann von der Gewerbesteuer befreit sein, wenn sie nur Grundbesitz verwaltet, und versteuert die laufenden Einnahmen dann mit rund 15 Prozent. Das ist für Mieteinnahmen sehr attraktiv.

Bei den Grenzen musst du aufpassen. Wer innerhalb eines bestimmten Zeitraums mehr als drei Immobilien verkauft oder flippt, gilt als gewerblicher Händler und zahlt dann Gewerbesteuer. Wer aktiv handelt, also etwa ein Objekt mit 16 Einheiten kauft, aufteilt und einzeln weiterverkauft, braucht dafür ohnehin eine eigene Handelsstruktur.

Und ein Auswanderungshinweis: Wer in wenigen Jahren wegziehen will, hält Immobilien besser privat. Assets in einer GmbH lösen bei einem Wegzug die Wegzugsbesteuerung aus, privat gehaltene Immobilien bleiben in Deutschland und du kannst sie behalten. Auch hier gilt: Erst das Ziel klären, dann die Struktur bauen. Wenn du Ortsunabhängigkeit ernsthaft planst, hilft der Überblick unter ortsunabhängig Geld verdienen.

Welche Rolle spielen Photovoltaik, der IAB und Krypto?

Photovoltaik und der Investitionsabzugsbetrag, kurz IAB, sind ein Klassiker der gezielten Steuerlenkung. Der IAB erlaubt es dir, eine geplante Investition in ein bewegliches Wirtschaftsgut schon heute teilweise abzuschreiben, bevor du sie tatsächlich tätigst. Genau das hat den PV-Boom der letzten Jahre mit angetrieben.

Das Prinzip ist bewusst so gebaut: Der Staat will erneuerbare Energien fördern, also kombiniert er den IAB mit Photovoltaik. Wer in einem starken Jahr eine hohe Abschreibung braucht, weil im Folgejahr weniger Einkommen ansteht, kann so heute die Last senken. Der Haken: Führst du die geplante Investition nicht aus, drohen Strafzinsen, und die Finanzverwaltung schaut sehr genau hin.

Als bewegliche Wirtschaftsgüter zählen auch Fahrzeuge oder technische Ausstattung, solange eine betriebliche Veranlassung besteht. Ein Online-Unternehmer, dessen größte Ausgabe in Werbung fließt, findet hier weniger Ansatzpunkte als ein Handwerksbetrieb. Eine Kamera für die Content-Produktion kann passen, ein Luxusauto ohne echten betrieblichen Zweck nicht.

Bei Krypto lohnt der genaue Blick auf privat gegen Firma. Privat gilt die einjährige Spekulationsfrist: Hältst du einen Coin länger als ein Jahr, ist der Gewinn beim Verkauf steuerfrei. Kaufst du heute Bitcoin und verkaufst in zwölf Monaten mit 100.000 Euro Plus, zahlst du privat 0 Euro Steuer. In der GmbH gibt es diesen Vorteil nicht, dort werden Kryptogewinne wie operative Gewinne mit rund 15,8 Prozent besteuert, anders als Aktien.

Wer Krypto über ein Firmendarlehen finanziert, geht bewusst ins Risiko. Der Zins von 6 bis 7 Prozent muss erst verdient werden, bevor Rendite entsteht. Das ist harte Spekulation und nur für Anleger geeignet, die den Markt im Griff haben.

Wie funktioniert die betriebliche Altersvorsorge über die Firma?

Über Paragraf 3 Nummer 63 Einkommensteuergesetz darf deine Firma für dich und jeden Mitarbeiter Beiträge in eine Direktversicherung zahlen und diese zu 100 Prozent als Betriebsausgabe absetzen. Der steuerfreie Rahmen liegt bei 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung, aktuell also bei rund 644 Euro pro Monat. Das Geld fließt von der GmbH direkt in die Vorsorge.

Der entscheidende Punkt für Unternehmer ist die Anlageform. Pensionsfonds und Pensionskassen stecken oft voller festverzinslicher Wertpapiere und bringen renditeorientierten Sparern wenig. Sinnvoller ist eine Direktversicherung ohne Garantiekomponente, die zu 100 Prozent in ETFs investieren kann. So kombinierst du die Steuerfreiheit der Einzahlung mit dem Renditepotenzial des Aktienmarkts.

Der Kreis der Begünstigten reicht weiter, als viele denken. Auch Familienmitglieder mit einem echten Beschäftigungsverhältnis in der Firma können profitieren, etwa der Ehepartner. Voraussetzung ist das erste Dienstverhältnis. Wer nebenbei anderswo auf 520-Euro-Basis angestellt ist, fällt raus. Und je näher eine Person am Firmeninhaber steht, desto genauer prüft das Finanzamt, ob die Beschäftigung echt ist. Pseudo-Anstellungen sind gefährlich.

Für die Mitarbeiter selbst ist das Modell ebenfalls attraktiv. Ein Angestellter mit 3.000 Euro brutto kann etwa 150 Euro seines Bruttogehalts in die Direktversicherung umwandeln. Er verzichtet also auf einen kleinen Teil seines Bruttos, spart aber Steuern und Sozialabgaben und baut gleichzeitig ETF-Vermögen auf, an das er später herankommt. Für den Arbeitgeber sinken die Lohnnebenkosten, die sonst rund 20 Prozent obendrauf ausmachen.

Ein solches Angebot bindet zugleich Mitarbeiter. Wer die betriebliche Altersvorsorge sauber aufsetzt, einen Arbeitgeberzuschuss gewährt und das offen kommuniziert, schafft einen echten Zusatznutzen im Team.

Was ist der wichtigste Grundsatz beim Steuern sparen?

Der wichtigste Grundsatz lautet: Fokus schlägt Feintuning. Der größte Hebel liegt fast immer im operativen Geschäft, nicht in der letzten Optimierung deiner Geldanlage. Wer 30.000 Euro Monatsumsatz macht, holt mit zwei, drei Vertriebshebeln oft mehr heraus als mit jeder Steuerkonstruktion. Erst kommt der Gewinn, dann die Struktur drumherum.

Das klingt unspektakulär, aber die Praxis bestätigt es. Verdoppelst du deine Firma, wächst dein EBIT und damit dein Vermögen, ohne exotische Modelle. Erhöhst du den Umsatz von 30.000 auf 60.000 Euro bei nur 10.000 Euro mehr Kosten, hast du ein deutlich höheres EBIT. Diese eine Bewegung schlägt fast jeden Steuertrick.

Deshalb halten viele erfolgreiche Unternehmer ihr Portfolio bewusst schlank: ein einfaches Aktiendepot in der Holding, Immobilien in einer separaten Struktur, dazu die passive Absicherung. Wer zehn Jahre operativ Vollgas gegeben hat, will danach nicht denselben Stress in der Geldanlage.

Erst wenn deutlich Vermögen in der Holding liegt, lohnt der Blick auf Firmenbeteiligungen und komplexere Modelle. Und selbst dann gilt: Beteiligungen sollten auf das Kerngeschäft einzahlen oder es aus einem leicht anderen Winkel spiegeln, statt reine Cashflow-Wetten zu sein. Wer diese Reihenfolge einhält, spart nicht nur Steuern, sondern behält auch die Kontrolle über seine Zeit. Das ist am Ende der eigentliche Gewinn.

Häufige Fragen

Ab wann lohnt sich eine GmbH oder Holding zum Steuern sparen?

Erfahrungsgemäß wird eine GmbH interessant, sobald du dauerhaft mehr als rund 60.000 Euro Gewinn im Jahr machst und einen Teil davon nicht privat verlebst. Behältst du Geld in der Firma, greifen etwa 30 Prozent statt bis zu 45 Prozent Einkommensteuer. Eine Holding kostet dabei nur wenige tausend Euro pro Jahr.

Warum werden Aktien in der GmbH nur mit 1,5 Prozent besteuert?

Verkaufst du Aktien über eine Kapitalgesellschaft mit Kursgewinn, sind diese Gewinne zu 95 Prozent steuerfrei. Auf die restlichen 5 Prozent fallen Körperschaft- und Gewerbesteuer an. Unter dem Strich bleiben rund 1,5 Prozent Steuerlast, statt gut 26 Prozent bei einem privaten Depot. Für Dividenden gelten andere Regeln.

Kauft man Immobilien besser privat oder über die Firma?

Das hängt vom Ziel ab. Objekte mit viel Abschreibungspotenzial hält man oft privat, um die Einkommensteuer zu senken und nach zehn Jahren steuerfrei zu verkaufen. Reine Mietobjekte ohne steuerliche Vorteile passen eher in eine vermögensverwaltende GmbH, die von der Gewerbesteuer befreit sein kann.